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Aktuelle und historische Entwicklung der Röhrichte an der Tideelbe

Röhrichte bilden an Stillgewässern oder langsam fließenden Gewässern einen Übergang zwischen den aquatischen und terrestrischen Lebensräumen. Dort können sie je nach Uferneigung sehr große Flächen besiedeln. Sie besitzen vielfältige ökologische Funktionen. Trotz der relativen Artenarmut an höheren Pflanzen wirken sie z. B. positiv auf die zoologische Diversität. Röhrichte tragen zudem in bedeutendem Maße zur Selbstreinigungskraft der Gewässer bei, da sie optimale Milieubedingungen für bestimmte Mikroorganismen herstellen. Zudem stellen intakte Röhrichtzonen einen natürlichen Schutz vor Ufererosion und Sedimentbewegung dar. Nach §30 des BNatschG und den entsprechenden Paragraphen der Landesnaturschutzgesetzen gehören Röhrichte zu den geschützten Biotopen. Die durch die Tide geprägten Röhrichte im Bereich der Unterelbe stellen zudem einzigartige naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen der Ästuarien dar. Auch die Wasserrahmenrichtlinie stellt das Röhricht in den Blickpunkt, da es eine wichtige Bewertungsgrundlage für die Qualitätskomponente Makrophyten in den Ästuarien sein wird.

Das Flusswattröhricht und Tide-Weiden-Auwald im Naturschutzgebiet Heuckenlock

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Blüten des Schilfrohrs (Phragmites australis)

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Verschiedene Röhrichtarten an der unteren Tideelbe

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Flusswattröhricht und Tide-Weiden-Auwald im Naturschutzgebiet Heuckenlock

Blüten des Schilfrohrs (Phragmites australis) Verschiedene Röhrichtarten an der unteren Tideelbe (rechts: Salzteichsimse – Schoenoplectus tabernaemontani; vorne links Einspelzige Sumpfbinse – Eleocharis uniglumis mit Strandsimse – Bolboschoenus maritimus)

In der Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) zum Vorhaben „Anpassung der Fahrrinne der Unter- und Außenelbe an die Containerschifffahrt“ (Fahrrinnenanpassung 1999) sind erhebliche Beeinträchtigungen von terrestrischen Lebensgemeinschaften (ufernahe Biotoptypen, z. B. Röhrichte) prognostiziert worden. Im Planfeststellungsbeschluss zur Fahrrinnenanpassung wird daher ein Monitoring gefordert, das im Rahmen einer Beweissicherung die potenziellen Veränderungen der betroffenen Biotoptypen und Arten erfassen und die UVU-Prognosen überprüfen soll.

Infolgedessen werden umfangreiche Untersuchungen zum Thema Röhrichte durchgeführt. Die Verbreitung der Röhrichte wurde (und wird) mehrfach mittels hochauflösender multispektraler Luftbilddaten (teil-)automatisiert zur Ableitung der aktuellen Entwicklung erfasst. Zudem wurden Luftbilder vergangener Befliegungen (ab 1953) genutzt, um die historische Entwicklung der Röhrichte zu analysieren. Unterschiedlichste Daten aus weiteren Programmen der Beweissicherung wurden mit in die Analysen aufgenommen. Dieser Datenpool dient mittlerweile mannigfaltigen weiteren Untersuchungen verschiedener Institutionen weit über das Programm der Beweissicherung hinaus.

Links zur Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) der Fahrrinnenanpassung 1999

UVU (Übersicht) Pfeil
UVU - Auswirkung auf terrestrische Lebensgemeinschaften Pfeil

Links zum Materialband der Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) der Fahrrinnenanpassung 1999

UVU - Materialband VI - Terrestrische Flora und Fauna Pfeil
Kapitel 7.3 - Änderung der Tidekennwerte als maßgeblicher ökologischer Faktor Pfeil

Links zu den Berichten der Röhrichtentwicklung

Abschlussbericht Automatisierte Biotoptypenklassifikation Pfeil (PDF, 3,13 MB)
Analyse der aktuellen räumlichen Veränderungen ufernaher Röhrichte Pfeil (PDF, 16,76 MB)

Links zu den Ergebnissen der Beweissicherung

Ausbaubedingte Wirkungen auf die terrestrischen Biotope Pfeil

Links zu den Planfeststellungsbeschlüssen

Planfeststellungsbeschluss BundesstreckePfeil
Planfeststellungsbeschluss DelegationsstreckePfeil